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Die Laufschuhe stehen in der Ecke, unser Laufshirt hängt im Schrank. Eigentlich wären wir gerade draußen, eine Runde im Park laufen. Heute aber nicht, schon die gesamte letzte Woche leider nicht. Eine Verletzung hält uns davon ob. Das linke Knie macht Probleme. Aber warum ist das so? Aus welchen Gründen verletzen wir uns beim Laufen überhaupt? Und auf was sollten wir beim Laufen achten, um gesund zu bleiben? Ein Blick auf die Funktionsweise des menschlichen Körpers löst das Rätsel.
Zu viele Läufe, zu schnelle Läufe oder auch Läufe in falschen Schuhen: Die Gründe, warum sich Läufer*innen verletzen, scheinen auf den ersten Blick vielfältig zu sein. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn so ganz stimmt das nicht. Alle Laufverletzungen basieren auf ein und demselben Prinzip. Gert-Peter Brüggemann, Professor für Biomechanik und Mitgründer von True Motion, klärt auf: „Im Grunde gibt es nur eine einzige Ursache für Laufverletzungen: Unser Gewebe wird über seine momentane Beanspruchungsgrenze hinaus belastet.“
Egal ob Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen oder Knorpel – all unsere Gewebearten reagieren auf eine zu große Belastung auf dieselbe Weise. „Zunächst kommt es zu Mikroverletzungen, die sich dann kumulativ zu größeren Verletzungen ausweiten können“, sagt Brüggemann. Ist die Belastung zu hoch für den aktuellen Trainingszustand unseres Gewebes, dann gibt es früher oder später nach. Die Folge: Verletzungen.
Dies gilt für das Laufen. Aber auch für jede andere Art der körperlichen Belastung.
Überbelastungen sind also die grundlegende Ursache für Laufverletzungen. Die dafür zu überschreitenden Toleranzgrenzen unterscheiden sich allerdings individuell von Läufer*in zu Läufer*in. Und nicht nur das. Auch die einzelnen Gewebearten einer Läuferin oder eines Läufers unterscheiden sich in ihrer Belastbarkeit.
Gehen wir nun also eine Runde laufen, belasten wir bei jedem Schritt die verschiedensten Strukturen unseres Körpers. Machen wir dies nicht in der gewohnten Art und Weise, setzen wir unseren Körper neuen Belastungen aus. Sind diese zu groß, drohen Verletzungen. Dabei kann es unterschiedliche Gründe für Gewebeüberbeanspruchungen geben, wie:
Niedriger Trainingszustand: Je niedriger der Trainingszustand eines Gewebes ist, desto leichter wird die individuelle Toleranzgrenze überschritten. Untrainiertes Gewebe ist demnach also verletzungsanfälliger als Gewebe, das bereits zu einem gewissen Grad trainiert ist.
In Laboren werden Motion-Capture-Technologie und Kraftmessplatten zur Visualisierung von Kraftvektoren genutzt. Foto: True Motion Research Lab.
Änderung der physikalischen Rahmenbedingen: Laufen wir plötzlich auf einem Untergrund, auf dem wir vorher noch nie gelaufen sind, ändern sich die Belastungen für unsere Strukturen. Das Risiko, einzelne Gewebe oberhalb der individuellen Toleranzgrenze zu beanspruchen, steigt.
Die falschen Laufschuhe: Laufen wir mit den falschen Schuhen, verändert sich ebenfalls die Belastung für unser Gewebe. Ein weiterer möglicher Grund für eine Überbeanspruchung und daraus resultierende Laufverletzungen.
Dabei ist wichtig: Solche Belastungen oberhalb der aktuellen Belastungsgrenze sind nur dann für das Gewebe schädlich, wenn sie zu deutlich über dem aktuellen Leistungsniveau liegen.
Steigere ich dagegen die Belastung langsam über die aktuelle Leistungsschwelle hinaus, wird mein Gewebe sogar stärker und hält mehr aus – anstatt sich zu verletzen. „Unsere Gewebe passen sich mit der Zeit an“, erklärt Brüggemann. Der Grund: der natürliche Mechanismus der Adaptation.
Adaptation bedeutet in der Trainingslehre so viel wie Anpassung. Die Anpassung an einen einwirkenden Reiz. Das Ergebnis: ein höheres Belastungsniveau. Dafür braucht es allerdings Zeit und Kontinuität. Kleine Schritte der Belastungssteigerung führen zum Erfolg, zu große Sprünge erhöhen dagegen das Risiko von Verletzungen.
Aber nicht nur die Inhalte unseres Trainings können die Ursache für Überbelastungen unseres Gewebes sein, auch die Wahl des Materials ist mitentscheidend, wenn es darum geht, gesund zu bleiben. Für uns Läufer*innen definitiv am wichtigsten: unsere Laufschuhe, unser Laufwerkzeug sozusagen.
„Sobald wir anfangen uns zu bewegen, wirken Kräfte auf unseren Körper ein – vor allem auf unsere Knie“, sagt Biomechaniker Brüggemann. Diese Kräfte entstehen, während wir laufen, bei jedem Schritt und strahlen von unserer Sohle aufwärts in unseren Körper. Dass Kräfte entstehen, können wir nicht ändern. Doch: Um diese jedoch auf natürliche Wiese durch unseren Körper zu leiten und damit für unsere Gelenke möglichst unschädlich zu machen, ist die Wahl des richtigen Schuhwerks entscheidend.
Dafür braucht es Laufschuhe, die einen reibungslosen Bewegungsablauf ermöglichen – genau so, wie es biomechanische Laufschuhe mit U-TECH™ Technologie tun. Eine abgerundete Laufschuhsohle an der Ferse ermöglicht einen harmonischen, individuellen Abrollvorgang und damit eine natürliche Laufbewegung. „Durch biomechanische Laufschuhe gelingt es uns, die Belastungen auf unsere Gewebe zu reduzieren“, betont Brüggemann.
Das Video zeigt die Messung des Kraftvektors die Belastung auf unterschiedliche Strukturen.
Im Optimalfall sind Laufschuhe zudem so komfortabel, dass sie von Läufer*innen während des Laufs so gut wie nicht bemerkt werden (Kapitel 3, Teil 1: Obermaterial, Mittelsohlenschaum, Passform: Was unsere Laufschuhe wirklich komfortabel macht). Denn Laufschuhe sollten sich keinesfalls wie ein Fremdkörper anfühlen, gegen den angelaufen werden muss.
Wie wichtig die Wahl geeigneter Laufschuhe ist, um die eigene Verletzungshäufigkeit zu verringern, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Laufmagazins „LÄUFT“, der Deutschen Sporthochschule Köln und des True Motion Research Laboratory. Das Ergebnis: Laufschuhe beeinflussen tatsächlich und am stärksten das Verletzungsrisiko – und unterscheiden sich im Vergleich der Mittelsohlentechnologien Neutral, Support, Rocker und U-TECH™ voneinander. Alle Ergebnisse der gesamten Studie erscheinen im 5. Kapitel unseres Run Better Projects.
Zuvor erfährst du in Kapitel 4, Teil 2, was eine Laufverletzung für uns als Läufer*innen wirklich bedeutet und was wir tun können, wenn wir verletzt sind, um möglichst schnell wieder unsere Laufschuhe schnüren zu können.
KAPITEL 4 (TEIL 2) ________
Was wir tun können, wenn wir verletzt sind, um möglichst schnell wieder unsere Laufschuhe schnüren zu können.
→ TEIL 2 LESEN (AB 28. JUNI)
Unsere Technologie ist zu nahezu 100 % aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und biomechanischer Forschung abgeleitet. Maßgeblich verantwortlich dafür ist Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann, jahrzehntelanger Leiter des Instituts für Biomechanik und Orthopädie an der Deutschen Sporthochschule Köln. In den vergangenen 25 Jahren war er Teil zahlreicher innovativer Laufschuhentwicklungen – und damit gefragter Experte bei den Giganten der Branche.
Entdecke alle Stories von True Motion – und sei immer informiert über neue Produkte, Aktionen und Events. Kurz: Center your run!
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