Joggen im Regen: Auf die richtigen Laufschuhe und die richtige Ausrüstung kommt es an.

Joggen im Regen: Auf die Ausrüstung kommt es an

4. November 2021
Tipps Joggen im Regen Ratgeber Laufschuhe
Wenn es draußen regnet, wollen wir uns am liebsten einkuscheln, einen Tee trinken und dabei einen Film schauen. Ans Laufen denken nur die Wenigsten. Doch dabei gibt es gute Gründe, auch im Regen zu joggen: Wir halten uns an unseren Trainingsplan, bleiben weiter fit – und stärken unser Immunsystem. Manche Läufer*innen sehnen sich deswegen gar einen kleinen Regenschauer herbei. Schließlich haben sie dann die meisten Laufstrecken ganz für sich allein. Doch damit Joggen im Regen wirklich Spaß macht, kommt es auf die richtige Ausrüstung an. Tipps helfen, um die richtigen Laufschuhe und die passende Kleidung zu finden.

Inhaltsverzeichnis


Eigentlich ist das Wetter egal. Mit der richtigen Kleidung ist Laufen immer schön – auch im Regen. Einige Läufer*innen jedoch schreckt das schlechte Wetter ab, besonders im kalt-nassen Herbst. Gehen wir in dünnen Sportklamotten vor die Tür, frieren wir im ersten Moment. Fangen wir aber erstmal an uns zu bewegen, wärmen wir uns schnell von innen. Das funktioniert zumindest so lange gut, wie unsere Klamotten nicht komplett durchnässt sind. Wollen wir im Regen joggen, kommt es auf die richtige Laufausrüstung an.

Bei Regen müssen Laufschuhe für guten Halt sorgen

Wenn es regnet, werden Laufstrecken rutschig und matschig. Vor allem Kopfsteinpflaster und Strecken, die bergab führen, werden während des Laufens schnell zur Gefahr – ähnlich wie Aquaplaning beim Autofahren. Bei Regen müssen wir deswegen nicht nur wachsamer laufen, sondern brauchen auch einen besonders guten Halt. Entscheidend dafür: die Sohlen der Laufschuhe.

Prinzipiell gilt, dass Laufschuhe mit mehr Profil auch mehr Grip, also einen besseren Halt bieten. Die Unterschiede bei den Sohlen der verschiedenen Laufschuhmodelle sind manchmal gleich mit bloßem Auge sichtbar. Lassen wir im Laden unsere Hände über die Sohlen gleiten, spüren wir die unterschiedlichen Profile in jedem Fall. Wie rutschfest die Sohlen am Ende sind, entscheidet jedoch nicht nur das Profil – sondern auch das Material.
Laufen bei Regen: Die Laufschuhe müssen richtigen Halt geben – wie wir das erkennen.
So sorgt beispielsweise beim U-TECH Nevos Elements eine Außensohle mit gummiartigen Besätzen für mehr Halt und eine erhöhte Traktion bei Nässe. Wissenschaftlich messbar sind diese mit dem sogenannten Coefficient of Friction. „Ein höherer Coefficient of Friction erlaubt eine höhere Traktion, was wiederum zu mehr Sicherheit beim Laufen führt“, erklärt Gert-Peter Brüggemann, Professor für Biomechanik und Mitgründer von True Motion. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass beim U-TECH Nevos Elements dieser Koeffizient durchschnittlich 30 % höher als bei vergleichbaren Laufschuhen ist.



Das Obermaterial von Laufschuhen: atmungsaktive oder wasserdichte Schuhe

Für viele Läufer*innen sollte der Laufschuh bei Regen jedoch nicht nur rutschfest sein, sondern vor allem auch möglichst lange trocken bleiben. Oft ist jedoch genau das gar nicht so einfach: Die meisten Hobbyläufer*innen nämlich ziehen ihren Laufschuh das ganze Jahr lang an. Während atmungsaktive Laufschuhe für warme Sommertage perfekt sind, werden sie bei Regen schnell nass – auch von innen. Tragen wir nun aber bei heißen Temperaturen wasserdichte Laufschuhe, schwitzen unsere Füße extrem. Ein Zwiespalt.




Läufer*innen sollten deswegen abwägen und entscheiden, was ihnen persönlich wichtig ist. Um im Regen joggen zu gehen, reichen meist auch Laufschuhe mit einem dichter gestrickten Obermaterial, das wasserabweisend und nicht vollständig wasserdicht ist. Bei starkem Regen werden die Füße nämlich selbst bei wasserdichten Laufschuhen irgendwann nass – nämlich immer dann, wenn das Regenwasser das Bein hinunter zu den Füßen läuft.

Die richtige Kleidung: spezielle Laufjacke für Regen statt Baumwolle

Neben den richtigen Laufschuhen sollten Läufer*innen bei Regen auch auf die passende Kleidung setzen. Vor allem Baumwolle ist ein Problem. Denn die saugt sich bei Regen so stark mit Wasser voll, dass ein Baumwollpullover schnell zu einer Bleiweste wird. Diese ist nicht nur unangenehm – sondern kostet extrem viel Energie.

Fest steht: Wer im Regen joggen geht, wird zumindest immer ein Stück weit nass. Zu viele Kleidungsstücke anzuziehen hilft nicht. Statt uns vor Nässe zu schützen, fangen wir schneller an zu schwitzen. Doch weil die nassen Klamotten an unserem Körper kleben, kann dieser die Wärme nicht richtig abführen. Daher ist auch beim Joggen im Regen manchmal weniger mehr.
"Beim Laufen im Regen sollten Läufer*innen vor allem auf Baumwolle verzichten – denn die saugt sich voll mit Wasser."
Laufen wir beispielsweise durch einen Sommerregen, ist es trotz Nässe warm – und wir können meistens auf ein langes Oberteil verzichten. Im Herbst und Winter hingegen ist es mit einem bloßen T-Shirt oft zu kalt. In diesen Fällen helfen spezielle Regenjacken für Läufer*innen. Diese sind von außen wasserabweisend und von innen atmungsaktiv. Unser Körper kann so den durch Schweiß entstehenden Wasserdampf abführen – ohne dabei vom Regen durchnässt zu werden.

Klar ist aber auch: Eine Laufjacke ist meist ein Kompromiss. Schwitzen wir stark und regnet es extrem, kommen auch Laufjacken an ihre Grenzen. In vielen Situationen hilft es dann, unter der Regenjacke noch ein Funktionsshirt zu tragen.

Auf eine kurze Hose, Mütze und Laufsocken setzen

Wenn es die Temperaturen zulassen, sollten wir beim Laufen im Regen auf jeden Fall auf eine lange Hose verzichten. Denn auch bei Hosen gilt: Je mehr Stoff wir tragen, desto mehr Gewicht müssen wir schleppen, wenn dieser nass wird. Tragisch ist das erstmal nicht. Denn bis etwa 10 Grad können wir problemlos in kurzer Hose laufen gehen.
Zudem beeinflusst auch die Wahl der richtigen Socken unser Lauferlebnis im Regen. Was banal klingt, ist bei Nässe doppelt wichtig. Schon bei trockenem Wetter können Laufsocken verhindern, dass wir uns Blasen an unseren Füßen laufen. Socken, die schnell nass werden, erhöhen diese Gefahr. Denn durch Nässe entsteht Reibung – und dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Blasenbildung. Eng anliegende Laufsocken rutschen nicht und nehmen weniger Wasser als herkömmliche Baumwoll- oder Tennissocken auf.

Ein weiterer Tipp: Viele Läufer*innen schwören beim Joggen im Regen auf eine Kappe. Bis zu einem gewissen Grad hält sie nicht nur unseren Kopf und unser Gesicht trocken – sondern schützt auch davor, dass beim Laufen Wasser in unsere Augen strömt.
4 Tipps fürs Joggen im Regen

Fünf Tipps fürs Joggen im Regen

Haben wir nun die richtigen Laufschuhe und die passende Kleidung gefunden, helfen uns fünf Tipps, um bei schlechtem Wetter sicher zu joggen.

  1. Rutschfallen vermeiden: Wenn es draußen regnet, werden gerade nasse Baumwurzeln, Kopfsteinpflaster und abfallende Strecken zu echten Rutschfallen. Daher sollten wir im Regen auf bekannten Strecken laufen oder unsere Routen im Voraus gut planen.

  2. Weitsichtig laufen: Manchmal kommt der Regen ganz spontan. Kennen wir uns dann auf unserer Laufstrecke nicht aus, sollten wir besonders achtsam laufen. Es ist sinnvoll, nach Stolperfallen und Pfützen Ausschau zu halten – um dann am besten einen weiten Bogen um sie zu machen.

  3. Auf den Körperschwerpunkt achten: Damit wir unser Gleichgewicht besser halten können, sollten wir generell beim Laufen unsere Füße unter der Körpermitte aufsetzen. Bei nassen, rutschigen Böden gilt das umso mehr.

  4. Tempoeinheiten vermeiden: Steigern wir unser Lauftempo, erhöhen wir auch den Druck auf unseren Vorfuß. Allerdings verlieren wir beim Vorfußlaufen Stabilität – und die Rutschgefahr steigt. Wir sollten daher unser Training an das Wetter anpassen.

  5. Duschen gehen: Kommen wir von unserem Lauf bei schlechtem Wetter zurück, sollten wir als Erstes duschen gehen. So verhindern wir, dass sich unser Körper zu stark abkühlt.



Gerade bei kalten Temperaturen fällt uns das Atmen beim Laufen schwer. Wie ein Tuch vor dem Mund helfen kann.

Drei gute Gründe, warum wir auch im Regen laufen sollten

Mit der passenden Laufausrüstung und dem richtigen Wissen ist Joggen im Regen nicht gefährlich.Vielmehr gibt es gleich mehrere gute Gründe, warum wir auch bei schlechtem Wetter laufen sollten.

  1. Wir stärken unser Immunsystem: Wenn wir mit der richtigen Kleidung im Regen laufen, können wir unser Immunsystem stärken. Denn wer sein Training auch bei nass-kalten Temperaturen fortsetzt, verbessert die Thermoregulation seines Körpers – und damit auch langfristig sein Immunsystem.

  2. Uns kann nichts überraschen: Wer Wettkämpfe läuft, kann das Wetter nicht beeinflussen. Nicht selten regnet es auch mal während eines Marathons. Wer noch nie richtig bei Regen gelaufen ist, kämpft beim Wettkampf nicht nur mit sich selbst – sondern auch mit den Bedingungen.

  3. Leere Straßen: Ist das Wetter gut, sind die beliebtesten Laufstrecken meist überfüllt. Andere Läufer*innen und Spaziergänger*innen werden schnell zu unseren persönlichen Slalomstangen. Regen sorgt für leere Straßen und damit für außergewöhnliche Laufmomente.

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